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| Author : | Topic: Eröffnungstheorie | Bottom |
| SilverSurfer moderator Posts : 347 ![]() |
Notation: Ich verwende in den folgenden Ausführungen die Aba-Pro-Notation. ![]() Für weitere Fragen zur Zug-Notation: Zug-Notation Belgium-Daisy ist eine im Vergleich zu Standard oder anderen Frontal-Aufstellungen sehr anspruchsvolle Startaufstellung. Vor allem zu Beginn erfordert sie ein sehr aktives und dominantes Spiel und es enstehen zumeist recht schnell komplexe Stellungen. Diese Startaufstellung erfordert deshalb unterschiedliche Spielfähigkeiten eines Spielers, denn das einfach Block-Spiel, das in der Standard-Aufstellung schon recht effektiv zu Erfolgen führen kann, ist hier nicht möglich. Die folgenden drei Züge (A.-C.) sind die meistgespielten und vermutlich die stärksten Anfangszüge. Die unterschiedlichen STellungen, die hierdurch eingeleitet werden bezeichne ich deshalb als drei unterschiedliche "Hauptsysteme". ![]() Es sind jedoch auch andere, vielleicht auf den ersten Blick nicht intuitiv evident erscheinende Züge möglich: ![]() Ich widme mich zunächst dem A-System, gehe den Zügen bis zum 5. Halbzug nach und bespreche dann nacheinander die dort entstehenden Wege bzw. Stellungen. Hiernach folgen die anderen Systeme. Inhaltsverzeichnis: I. System A I.1. Antworten auf das A-System 1.1 A.b Punktsymmetrisches System 1.1.1 A.b.3 1.1.1.1 1.1.1.1.1 "Symmetrical-Classic-Opening" 1.1.1.1.1.a. i9h8 Classic 1.1.1.1.1.b. b2c3 Centre-Attack 1.1.1.1.1.c c2c3 Aba-Pro-Opening 1.1.1.1.1.d h9g8 h9-g8-Attack 1.1.1.1.1.e i9h9 traditional opening 1.1.1.1.1.f b3c4 b3c4-Opening 1.1.2 A.b.2 1.2 A.a Head-to-Head-System 1.2 A.c 1.3 A.d II. System B III. System C IV. andere Systeme |
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I. A-System Wir besprechen nun zuerst das A-System: I.1 Mögliche Antwortzüge für Weiß ![]() (A.a) bis (A.d) stellen vier mögliche Antwortzüge dar. A.a zieht ebenfalls (achsensymmetrisch) direkt ins Zentrum und "streitet" "Kopf an Kopf" mit Schwarz um die Zentrums-Dominanz. A.b. ist ein punktsymmetrischer Zug, der ebenfalls direkt zum Zentrum zieht. A.c und A.d leiten direkt Attacken auf die gegnerischen Gruppen ein und führen zu Wechselspielen zwischen diesen Gruppen. Während die ersten beiden direkt um das Zentrum kämpfen, so verlagert sich der Kampf um das Zentrum bei den anderen beiden schon auf einen Kampf zwischen den Gruppen, ohne dass dabei das Zentrum aus den Augen verloren wird. 1.1 A.b-Zug Wir folgen nun dem A.b.-Zug, der "punktsymmetrischen Eröffnung". 1.1.1 ![]() Der A.b.1-Zug führt durch Brettdrehung um 180 Grad zur A.a-Eröffnung. Der A.b.2-Zug zieht direkt ins Zentrum. Der A.b.3-Zug bereitet einen Angriff auf die benachbarte Gruppe vor. 1.1.1.1 Die möglichen weißen Antwortzüge lassen wir zunächst aus den Augen und konzentrieren uns auf das "punksymmetrische System": "Symmetrical-Classic-Opening" of Belgium-Daisy: ![]() 1.1.1.1.1.: 3. schwarzer Zug bzw. 5. Halbzug Es bieten sich hier verschiedene schwarze Züge mit jeweils unterschiedlichen Ideen an: Notations-Kompendium: a. i9h8 Classic b. b2c3 Centre-Attack c. c2c3 Aba-Pro-Opening d. h9g8 h9-g8-Attack e. i9h9 traditional opening f. b3c4 b3c4-Opening Einzelne Eröffnungszüge: a. i9h8 Classic ![]() Schwarz strebt von beiden Seiten zum Zentrum. Auf den Weißen Angriff g4-g5 springt schwarz einfach mit beiden Steinen g7g8-f7 und strebt eine starke Zentrumsgruppe an. Wenn sich Weiß den verbliebenen schwarzen 4 Steinen widmen sollte, dann wird der schwarze Angriff auf diese Gruppe, da die weißen Steine zum Rand ziehen müssen, um die schwarzen Steine zu schlagen, mit hoher Wahrscheinlichkeit zum schwarzen Sieg führen. b. b2c3 Centre-Attack ![]() Dieser Zug strebt ebenfalls eine starke Zentrumsbesetzung an, ohne, dass eine der beiden schwarzen Gruppen geschwächt wird. Wenn Weiß diesen Vorstoß mit h5g5 zurückdrängen möchte, dann erfolgt ein starker schwarzer Angriff durch c2-c3. c. c2c3 Aba-Pro-Opening ![]() Dies ist der Zug von Aba-Pro auf Stufe 10. Hier wird der Angriff c2-c3 direkt durchgeführt, den Weiß nun jedoch leichter, durch Springen oder durch a5b5 (welcher in 3.2 dann nicht möglich wäre) parieren kann. d. h9g8 h9-g8-Attack ![]() Dieser Zug zielt ebenfalls auf Zentrumsbesetzung und schwächt die eigene Stellung mit der Absicht, gerade durch die weißen Angriffe auf diese schwarze geschwächte Stellung ins Zentrum vorzudringen. Schwarz möchte also die Interaktion mit Weiß bzw. die weißen Angriffe zu seinen Gunsten ausnutzen. e. i9h9 Traditional opening ![]() Dies ist ein recht kontrollierender Zug, der gerade alle direkten Weiß-Angriffe zunächst ausschließt und die "Schlacht" auf später vertagt, bzw. die Spannung und den Druck aufrechterhält. Fraglich ist, ob er nicht zu passiv ist, jedoch können die schwarzen STeine durch Springen der 3-er-Reihen recht günstig, weil sie stets von der Seite die weiße Gruppe bedrohen, vorrücken f. b3c4 b3c4-Opening Dieser Zug zielt ähnlich wie 3.2 auf Zentrumsbesetzung. Überblick: In b., c. und f. unternimmt es Schwarz, mit der unteren Gruppe weiterzuziehen. In a. , d. und d. wird eine Doppelstrategie (von beiden Seiten) eingeleitet. Während in a. b. d. und f. eine Zentrumsbesetzung im Vordergrund steht, so attackiert c. direkt und e. hält den stabilen, gegenseitigen Druck der Gruppen aufrecht. Zentrum Druck Attacke Doppelstrategie a. d e. Untere Gruppe b. f. c. |
| SilverSurfer moderator Posts : 347 ![]() |
Wir beginnen jetzt mit der Besprechung der verschiedenen Stellungen: b. 3. b2c3 Centre-Attack ![]() Dies war die Zentrums-Attacke von Schwarz, ausgehend von der symmetrischen Stellung. Weiß kann auf diesen direkten Zentrumsvorstoß auf verschiedene Weise reagieren: 3. b2c3 c6c5d6 ![]() Weiß springt mit 2 Kugeln, um einerseits mit dieser 2-Reihe eine seitliche Attacke zu drohen und andererseits mit diesen 2 zusätzlichen Kugeln auf der anderen Seite ein Überzahlspiel zu drohen. 3. b2c3 g4g5 ![]() Weiß attackiert direkt die obere Gruppe. Wenn schwarz nicht ausweicht, sondern diese 3-er-Reihe pariert, dann droht Weiß das Zentrum zu überrollen. 3. b2c3 h4g5 ?! ![]() Weiß attackiert direkt die 3-er-Reihe in de Mitte. Hierdurch wird aber die eigene untere Gruppe eingesperrt. Die gesamte Einschätzung dieser Stellung hängt davon ob, wie und ob Weiß die mögliche folgende Attack in der unteren rechten Ecke verteidigen kann. 3. b2c3 h6g6 ! ![]() Dies scheint mir die stärkste Fortsetzung für Weiß zu sein. Weiß droht eine starke Attack in der oberen Ecke, hält die untere rechte Ecke frei und kann sofort nach oben springen, wenn Schwarz dort angreift. Außerdem festigt Weiß seine Stellung im Zentrum. 3. b2c3 h6g6 4. b3c4 ![]() Schwarz festigt ebenfalls mit einem positionellen Zug die Mitte und steht besser als Weiß. 3. b2c3 h6g6 4. i9h9 ?! Meine Nachanalysen mit Aba-Pro haben hier ergeben, dass dieser Zug zu diesem Zeitpunkt hier zu passiv ist. Weiß kann ein sehr starkes Spiel auf den Zentrumsfeldern aufbauen. 3. 3. b2c3 h6g6 4. c2c3 ! ![]() Weiß muss auf diese Attack von Schwarz sehr präzise antworten. Der Sprung mit den beiden Steinen c6c7d6 führt zu etwas besseren Spiel für Schwarz, ist aber spielbar für Weiß. Der Gegenangriff g4g5 wird Material kosten und Gegenspielt ist nicht sofort ersichtlich. Die gewöhnliche Attacke a5b5 unterstützt hier sogar noch den schwarzen Angriff und führt schnell zum Verlust der Stellung. |
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